Schwarz-weiß-rot
Die farbliche Gestaltung von Fahnen und Symbolen
in der extrem rechten Szene wird nur wenig wahrgenommen. Dabei stellen gerade die Farben
schwarz-weiß-rot einen wichtigen Eckpfeiler der Identifikation innerhalb
der extremen Rechten dar.
Schwarz-weiß-rot waren bis zum Ende des Ersten Weltkrieges
die offiziellen Farben des Deutschen Reiches. Als die Weimarer
Republik am 9. November 1918 ausgerufen wurde, wurde die
Kombination schwarz-rot-gold zu den deutschen Nationalfarben
erklärt. Dagegen standen die alten Reichsfarben in der
Weimarer Republik für die nationalistische, antidemokratische
Reaktion und deren Umsturzversuche.
An der Frage der Nationalfarben entbrannte in den 20er-Jahren
ein heftiger Streit um Symbole. Schließlich standen die neuen
Farben für den ersten demokratischen Staat auf deutschem
Boden. Mit der Machtübertragung an die Nationalsozialisten
1933 wurden durch Hindenburg die Hakenkreuzfahne
und die schwarz-weiß-rote Fahne gemeinsam zu Reichsfahnen erklärt.
Wenn heute die Farbkombination schwarz-weiß-rot verwandt
wird, symbolisiert dies nicht nur die Ablehnung der parlamentarischen
Demokratie. Vielmehr wird hier auch eine farbliche
Annäherung an die Symbolik des Nationalsozialismus vollzogen.
Manche Layouts werden unter Verwendung der drei Farben so
gestaltet, dass eindeutige Assoziationen zum Nationalsozialismus
entstehen.
SS-Abzeichen / SS-Totenkopf
Die 1925 gegründete Schutzstaffel
(SS) war die einflussreichste Organisation innerhalb des Nationalsozialismus. Sie war
u.a. für die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager
zuständig und organisierte im Rahmen der »Endlösung« Vernichtung und Völkermord.
Die SS vertrat einen eliminatorischen Rassismus
und Antisemitismus und verstand sich als Elite des »Dritten Reiches«.
Dazu passend gab sie sich den Charakter eines Ordens. In den Nürnberger Prozessen wurde die SS
als verbrecherische Organisation verboten. Kennzeichen der SS waren die doppelte Sig-Rune, auch
Doppelblitz genannt und der SS-Totenkopf sowie die
Schwarze Sonne als religiöses Symbol.
Die nur zum Teil verbotene SS-Symbolik und Terminologie ist in
der neonazistischen Szene allgegenwärtig. Die öffentliche Darstellung geschieht meist in
leicht verfremdeter und damit straffreier Form. In Gruppennamen wie Schwarze Division (RLP/HE),
Bandnamen wie Schwarzer Orden oder Schwarzes Korps (publizistisches Organ der SS)
wie auch in Liedtexten über »Divisionen in Schwarz«, »Jungs mit dem Doppelblitz«
oder »Ritter der Schwarzen Sonne« stellen Neonazis positive Bezüge zur SS her.
Die Schreibweise der Buchstabenfolge SS als doppelte Sig-Rune
wird auch außerhalb des neonazistischen (Musik-)Spektrums verwendet.
Den Totenkopf als martialisches Symbol für den kommenden Tod
des Feindes verwendeten schon militärische Formationen der Kaiserzeit.
Die SS griff dieses Symbol der anti-demokratischen Rechten in der Weimarer Republik auf.
Der Totenkopf symbolisierte den bedingungslosen Einsatz für Ideen und Person
Adolf Hitlers. Die SS verlieh einen mit Runen bestückten Totenkopfring
als Zeichen »eines in Kampf und Pflicht erungenen inneren Wertes« und der
»Treue zum Führer«.
Der SS-Totenkopf ist in Deutschland verboten. Die Neonazi-Szene
benutzt daher leicht verfremdete Darstellungen, die u.a. als Gürtelschnalle
oder Motiv auf T-Shirts und Aufnähern angeboten werden. Die englische Band
Death in June benutzt eine leicht abgewandelte Form
des SS-Totenkopf als Band-Logo.
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