Landser
Die Berliner Band Landser zählt zu den bekanntesten und beliebtesten
Bands der Neonazi-Skinhead-Szene. Sie ist fest in der militanten Neonazi-Szene
verwurzelt und baute bewusst das Image einer ›Untergrundband‹ auf, die knallharte
Texte mit Stimmungsmusik koppelte und darüber weite Verbreitung in Schulen und
Jugendclubs findet
Als im Dezember 2003 der Bandleader wegen Bildung einer
kriminellen Vereinigung zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, kam es bundesweit
zu Protestaktionen von Neonazis.
Das Symbol der Band, ein Schwert auf dem L, ist dem Abzeichen
der SS-Kavallerie-Division Lützow nachempfunden.
Die um 1977 gegründete englische Band Skrewdriver um ihren Sänger
Ian Stuart Donaldson hat wie keine andere den RechtsRock geprägt und erfährt in der
neonazistischen Szene weltweit Verehrung. Auf die Umtriebe Ian Stuart Donaldsons
geht die Gründung des Netzwerkes Rock Against Communism zurück,
Blood & Honour zurück.
Nach seinem 1993 infolge eines Verkehrsunfalls und
der nachfolgenden Auflösung von Skrewdriver wurde eine regelrechte Vermarktungsindustrie
in Gang gesetzt; im Angebot sind u.a. Kissen, Aufkleber, Gürtelschnallen, Anstecker,
Fahnen und Bekleidungsstücke vom Base Cap bis zur Hose. Postermotive zeigen
Ian Stuart Donaldson, gewöhnlich nur ›Ian Stuart‹ genannt, als Sänger, Wikinger oder
Lichtgestalt; Symbol bzw. Wappen von Skrewdriver ist das in Fraktur-Schrift geschriebene
S meist in Verbindung mit einem stilisierten Adler.
Anfang der 80er-Jahre galten die Böhsen Onkelz als ›Pioniere‹ des
RechtsRocks, nach ihrer ›Abkehr‹ vom Neonazismus (ab ca. 1988) und Hinwendung zu
Deutschrock und Heavy-Metal wurden sie zu einer der erfolgreichsten deutschen
Rockgruppen.
In Teilen der rechten Szene haben sie nach
wie vor den Status einer ›Kultband‹, wie eine Vielzahl von Bootlegs belegen (siehe Abbildung).
In den Texten der Böhsen Onkelz findet ohne jegliche Analyse die
Konstruktion angeblicher gesellschaftlicher Ausgrenzung statt, als Feindbilder dienen
u.a. Polizei und Presse. Dies geht einher mit der latenten Heroisierung von Straßengewalt,
des ›Sich-Wehren-Müssens‹, und dem rechten Lebensgefühl, dessen identitätsstiftender
Faktor stets derartige Selbststilisierungen sind, gefährlich nahe kommt.
Vom harten Kern der Neonazis eher abgelehnt, liefern die Böhsen Onkelz
rechtsorientierten Jugendlichen oft ein Identitätsangebot. In der Entwicklung von Jugendlichen
zu Neonazis ist häufig eine Frühphase zu beobachten, in der sich diese als Böhse-Onkelz-Fans
identifizieren. Böhse Onkelz-CDs werden von einigen neonazistischen Versänden vertrieben,
manche Böhse Onkelz Supporters Clubs (BOSC) haben erkennbar Verbindungen zur rechten Szene.
Wenig einflussreich ist hingegen der Fan-Kreis »Böhse Onkelz Fans gegen Rechts«.
Große Popularität genießt die Band in Rockerkreisen. Ihr kommerzieller Erfolg ist vor allem
auf ihr Image als ›Underdogs‹ und authentische Rockband zurückzuführen.
Mitte Juni 2005 gaben die Böhsen Onkelz am Eurospeedway Lausitz vor mehr als
100 000 Fans ihr Abschiedskonzert.
Dort sollen sie auch Lieder aus dem indizierten Album ›Der Nette Mann‹ von 1984 gespielt haben.
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