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Von Thronstahl mit Schwarze-Sonne-Fahne

  Musik

Neofolk

Musikalisch: Im Allgemeinen ruhige, sonore und melancholisch aufgebaute Musik, in der häufig Marschrhythmen anklingen.

Neofolk (frei übersetzt: Neue Volksmusik) entwickelte sich Anfang der 80er-Jahre aus der Dark-Wave/Gothic-Musikszene heraus. Obwohl mit Death In June aus England eine eindeutig extrem rechte Band zu den Begründern des Neofolk zählt, kann die Szene in ihrer Gesamtheit nicht dem rechten Spektrum zugeordnet werden.

Die häufig enthaltenen, sehr symbolhaften Rückgriffe auf die Antimoderne, auf die Ästhetik des heroisierenden Neoklassizismus (Arno Breker u.a.) und vor allem auf das Heidentum lassen jedoch die Grenzen zwischen ›unpolitischen‹ und rechten AnhängerInnen verschwimmen. So beteiligten sich in der Vergangenheit mehrere Dark-Wave- und Neofolk-Bands aus der Region Bingen (Rheinland-Pfalz) an Samplern des neonazistischen VAWS Verlages, der zeitweise in Bingen ansässig war. Neofolk wird in Teilen des neonazistischen Spektrums auch wegen ihres betont mystischen und altertümlichen Ambientes und ihrer Lagerfeuer-Kompatibilität geschätzt. Eindeutig neonazistische Bands des Neofolk, wie beispielsweise Der Blutharsch (Österreich), betonen meist die Marsch-Elemente und entwerfen in ihren Texten apokalyptische Szenarien.

Neue Deutsche Härte / NDH

Die so genannte Neue Deutsche Härte (NDH) steht als Sammelbegriff für einen Kreis von deutschen Bands, die unter diesem Label ›deutsche Identitätsmusik‹ vermarkten. Die NDH wirkt neben der Musik, in der Anleihen aus Dark-Wave und Gothic-Rock unüberhörbar sind, vor allem über Ästhetik: monumentale Inszenierungen, männlich-martialischer Körperkult, Todessehnsucht, Pathos. Gezielte Tabubrüche sollen die NDH in die Diskussion bringen und darüber die Faszination für das ›deutsche Böse‹ auslösen.

Während nur eine Minderheit der NDH-Protagonisten dem extrem rechten Spektrum zuzuordnen ist, weisen NDH-Popbands wie Rammstein jegliche politische Ambitionen von sich. Sie rechtfertigen mit der faktisch unmöglichen Herauslösung der Kunst aus ihrem politischen Kontext die Nutzung nationalsozialistischer Ästhetik Auf dem oberen Bild ist die Band Von Thronstahl zu sehen. Der Durchbruch von Rammstein wurde gerade auch von extrem rechten Medien wohlwollend kommentiert und gar als das Ende der angeblichen ›kulturellen Hegemonie der 68er-Generation‹ gefeiert.


Symbol von Death In June Voxus Imp. in Darmstadt 2003 CD-Cover von Blutharsch CD-Cover von Blutharsch

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