Als jugendkulturelle Codes verstehen wir Begriffe, Zahlenkombinationen
und Abkürzungen, deren Bedeutung in der Regel nur Eingeweihte wissen. Diese Codes sind in der
Jugendszene sehr beliebt, auch wenn oft nicht jeder, der sie benutzt, die Hintergründe und
Bedeutungen vollständig kennt.
Zahlencodes sind eine beliebte Verschlüsselung für strafrechtlich
relevante Begriffe, Grußformeln oder Organisationszeichen. Sie werden in einer Vielzahl
von T-Shirt-Motiven, Emblemen, Gruppen- und Bandnamen verwendet.
Dabei stehen die Zahlen synonym für die entsprechenden Buchstaben im Alphabet.
Populär gemacht wurde diese ›Verschlüsselungstechnik‹
Anfang der 80er-Jahre durch die Rockergruppe Hells Angels in Hamburg,
die nach einem vorhergehenden Vereinsverbot fortan als ›81er‹ auftraten.
Da Zahlenaufdrucke auf T-Shirts oder Jacken generell beliebt sind und von
führenden Markenherstellern ohne politischen Hintergrund angeboten werden,
sollte unbedingt darauf geachtet werden in welchem Kontext sie auftauchen.
Die Zahlenkombination versteht sich als Code für den Sprengstoffanschlag
in Oklahoma/USA, der 1995 durch den amerikanischen Terroristen Timothy McVeigh verübt wurde.
Bei dem Anschlag kamen 168 Menschen ums Leben. McVeigh wurde zum Tode verurteilt und
2001 hingerichtet. In makaberer Verherrlichung dieses neonazistischen Terroranschlags
gibt der Code das ›Ergebnis‹ wieder.
18
18 steht für Adolf Hitler. Die Zahlenkombination findet sich
beispielsweise in den Namen der Organisation Combat 18
und der Band Sturm 18.
28
Seit dem Verbot der Organisation
Blood & Honour (B&H) im
September 2000 wird die 28 als Synonym für B&H verwendet. Anstelle des ursprünglichen
und inzwischen verbotenen Schriftzuges wird nun der entsprechende Zahlencode benutzt.
Beispiele: »28 - ihr könnt uns nicht verbieten«, »28 Supporter« (B&H Unterstützer).
Eine in Hessen und Rheinland-Pfalz aktive Neonazi-Gruppe nennt sich MSC 28.
88
Die 88 stehen für Heil Hitler. Der Zahlencode 88 findet sich unter
anderem auf T-Shirts, Aufnähern, Fahnen oder Emblemen und ist häufig Bestandteil
von Band- und Organisationsnamen, wie z.B. Chaos 88 oder Skinheads Chemnitz 88.
Die Ziffer ist, eingerahmt von einem Lorbeerkranz, auch als Brustemblem auf Polohemden
zu finden und wird häufig als Grußformel in Briefen benutzt.
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