Blood & Honour / B&H
Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Organisationsname Blut und Ehre. Diese Worte greifen einerseits den auf den Fahrtenmessern der Hitlerjugend eingravierten Sinnspruch auf.
Darüber hinaus stellen sie einen Bezug her zu den antisemitischen »Nürnberger Rassegesetzen«, die ausführlich »Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre« hießen. Die deutsche ›Division‹ des internationalen Neonazi-Skinhead-Netzwerkes Blood&Honour wurde im September 2000 vom Bundesinnenminister verboten. Als Symbol diente unter anderem die Triskele, das Wappen von Blood&Honour zeigt das Organisationskürzel B&H in Frakturschrift auf schwarz-weiß-rotem Schild. Der Organisationsname sowie die Sektionszugehörigkeit wurde von den Mitgliedern als Brustemblem getragen. Für Mitglieder gab es Organisations- und Sektions-Aufnäher und T-Shirts, für das Umfeld wurde »Supporter«- Bekleidung mit entsprechender Symbolik angeboten. Das Wappen wurde vor allem bei Aufmärschen auf schwarzen Fahnen gezeigt und auf den Titelseiten von B&H-Publikationen verwendet. Schwerpunkt der B&H-Aktivitäten in Deutschland war und ist die Durchführung von Konzerten sowie die illegale Produktion und der Vertrieb strafbewehrter Musik. B&H angebunden sind zahlreiche Bands, Labels, Versände und Ladengeschäfte. Die Zentren südwestdeutscher B&H-Organisierung lagen in Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart, Offenbach, Kassel, Saarloius (Saarland) und Montabaur (Rheinland Pfalz). Nach dem Verbot 2000 existiert das Netzwerk überwiegend namenlos weiter, jedoch treten einzelne Sektionen (u.a. B&H-Saar) im benachbarten Ausland weiterhin namentlich in Erscheinung. Nachfolgestrukturen finden sich u.a. im Versand Ragnarök (Karlsruhe). Als (straffreies) Bekenntnis zu B&H gewinnt der Zahlencode 28 zunehmend an Bedeutung.