Die Darstellung von Elementen des germanischen Heidentums und der
nordischen Mythologie in der jugendlichen Alltagskultur hat in den vergangenen Jahren
auffällig zugenommen. Dieser Rückgriff auf historische und religiöse Vorbilder speist
sich aus verschiedenen Quellen und Motiven.
Für die völkisch geprägte extreme Rechte ist dieser Bezug ein
wesentlicher Bereich der Identitätsstiftung. »Der Rassismus und Nationalismus,
der Antisemitismus sowie der Wunsch nach Erneuerung und Rettung können als Merkmale
Völkischer Religion gelten.« [aus Eschebach/Thye: Die Religion der Rechten. Dortmund 1995,
S.8. Rechtschreibung im Original.] Die Völkisch-Religiösen praktizieren bestimmte Kulthandlungen,
dazu gehören die weithin bekannten Sonnenwendfeiern genauso wie das Osterwasserschöpfen.
Zu der verbreiteten heidnischen Symbolik gehört die Irminsul,
das Symbol für den Lebensbaum oder die Weltenesche, die das Dach der Welt trägt.
Sie gilt als Gegensymbol zum christlichen Kreuz und war im NS Symbol des Ahnenerbe,
der zentralen SS-Forschungseinrichtung. Heute ist sie das Symbol der heidnisch-germanischen
Artgemeinschaft.
Ein weiteres von der Artgemeinschaft beanspruchtes und an Popularität
gewinnendes Symbol ist das des Adlers, der mit seinen Klauen den ›christlichen Fisch‹ greift.
Die völkische Rechte ersetzt zudem christlich geprägte Sprache durch ›ursprüngliche‹
Namen germanischer Herkunft. Beliebt sind zum Beispiel die altertümlichen Monatsnamen
(Hartung, Hornung, Lenzing etc.) oder das Runenalphabet (Futhark),
das als Schrift in den verschiedensten Publikationen oder in Bandlogos auftaucht.
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