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  Fazit

Für den Umgang mit extrem rechten Jugendkulturen ist das Wissen um Symbole, Codes und Kleidungsstil wichtige Voraussetzung. Bleibt die Auseinandersetzung jedoch auf der Ebene von Verboten stehen, greift sie zu kurz. Denn nicht die Existenz neonazistischer Symbole und Codes oder deren Einteilung in ›verboten‹ oder ›erlaubt‹ ist das Problem, sondern vielmehr die Inhalte, für die sie stehen. Erscheint beispielsweise ein Schüler mit dem Schriftzug ›Heil Hitler‹ in der Schule, muss der Lehrer eingreifen. Steht an Stelle des Schriftzuges jedoch eine ›88‹, gibt ihm das Gesetz keine klaren Vorgaben. Und ein solches Gesetz wäre auch nicht wünschenswert.

Die Fülle von Symbolen, die Übernahme und Verfremdung linker Symbolik und die Benutzung von Codes und Abkürzungen sorgt für Verwirrung und wirft Fragen auf. Wir hoffen, dass diese Homepage dazu beiträgt, die Lebenswelt, Funktionsweise und Dynamik extrem rechter Orientierung verständlich zu machen. Die Inhalte und Wertvorstellungen dieser Jugendlichen finden durch die Verwendung von Codes, Symbolen und durch rechte Musik ihren Ausdruck. Die Bereitschaft, sich damit auseinander zusetzen und der Verantwortung nicht auszuweichen, ist für alle, die in ihrer Arbeit oder in ihrem Alltag mit extrem rechten Jugendlichen konfrontiert sind, dringend geboten!

Das kulturelle Klima, das durch die immer massivere Präsenz rechter Jugendkultur geschaffen wird, lässt denjenigen Jugendlichen, die sich diesen Hegemoniebestrebungen widersetzen, wenig Raum.

Dass der Widerstand antifaschistischer Jugendlicher und ihr Eintreten für eine selbstbewusste nicht-rechte Jugendkultur oft sogar körperlich verteidigt werden muss, ist ein unhaltbarer Zustand. Aufgabe der verantwortlichen Personen in den Jugendeinrichtungen und den Gemeinden sollte es sein, diese Rahmenbedingungen zu verändern. Erfahrungen in einzelnen Kommunen zeigen, dass dort, wo dem antifaschistischem Engagement von Jugendlichen Raum gegeben wird, ihre Bemühungen ernst genommen und sie in ihrem Tun unterstützt werden, extrem rechte Hegemoniebestrebungen erfolgreich zurückgedrängt werden können.

Nur durch ein eindeutiges demokratisches und antifaschistisches Selbstverständnis kann dem »rechten Kulturkampf« wirkungsvoll entgegen getreten werden.

Eure Beobachtungen und Einschätzungen sind für alle interessant und notwendig, die zu diesem Thema arbeiten. Um eure Erfahrungen und Anregungen aufzunehmen, zu verarbeiten und weiter zu reichen, wendet euch bitte an uns. Fragen, Anregungen und Kritik nehmen wir auch gerne entgegen.

Das Team vom asp



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