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In den letzten Jahren ist die Neonazi-Szene starken Umbrüchen ausgesetzt gewesen
- die vormals dominierende rechte Skinhead-Szene hat ihre Führungsrolle verloren.
Neben ihr existieren verschiedene andere rechte Jugendkulturen.
Durch diesen Wandel - weg von einer Szene, hin zu einer Jugendbewegung
- haben diverse Musikrichtungen und Dresscodes in die Neonazi-Bewegung Einzug gehalten.
Auf eine eindeutige stilistische Abgrenzung zur restlichen
Gesellschaft wird zunehmend verzichtet und neue, dezentere Codes werden geschaffen.
Unter diesen Rahmenbedingungen sind eine Reihe von Marken entstanden,
die dieses neue Selbstverständnis zu bedienen versuchen.
Gemein ist diesen Marken, dass sie nicht als eindeutig
neonazistisch zu erkennen sind und meist nur auf eine bestimmte Jugendkultur abzielen.
Neu ist auch, dass nicht mehr nur T-Shirts oder Bomberjacken mit Markennamen oder Slogans
bedruckt werden, sondern sich anderer Moden wie HipHop- oder Raver-Styles bedient wird.
Die Hersteller dieser Marken sind oft langjährig aktive Neonazis mit Verbindungen
auch in nicht-rechte Teile anderer Jugendkulturen. Einigen dieser Marken ist es gelungen,
die "Nazi-Schmuddelecke" zu verlassen und für nicht-rechte Jugendliche interessant zu werden.
Diese Marken können trotz ihres rechten Hintergrundes
in Sportläden und großen Bekleidungsketten gekauft werden.
Thor Steinar ist eine Bekleidungsmarke, die ausgehend vom brandenburgischen
Königs-Wusterhausen mittlerweile bundesweit in der neofaschistischen Szene
über deren Versände verbreitet wird. Bezüge zum germanisch/heidnischen
bestehen durch die Verwendung von Namen wie Asgard (Sitz der Götter) und Thor.
Ende 2004 geriet diese Marke jedoch zunehmend unter juristischen Druck.
Mehrere Träger derartiger Kleidungsstücke wurden wegen Verstoß gegen den
Paragraphen 86a angeklagt und verurteilt.
Die Grundlage hierfür war eine Ähnlichkeit des Logos mit Symbolen
verbotener Organisationen aus dem Nationalsozialismus.
Nach diesem kurzen Rückschlag ist Thor Steinar seit Anfang 2005 mit neuem Logo
wieder bundesweit zu haben. Auch das neue Logo stellt eine Rune dar,
die allerdings im Nationalsozialismus keine Verwendung fand.
Thor Steinar ist in vielen nicht-rechten Ladengeschäften
und Bekleidungsketten weiterhin erhältlich, obwohl im Zuge der juristischen Auseinandersetzungen
um diese Marke ein rechter Hintergrund mehr als deutlich wurde.
Diese relativ neuen Marken entstammen dem Umfeld mehrerer organisierter Neonazis
aus Norddeutschland. Sie springen auf die Erfolgswelle von Thor Steinar auf und geben
sich dementsprechend unpolitisch. Während sich Sportfrei und Pro-Violence an die (rechte) Hooliganszene richtet,
sind die Adressaten von Hatewear Anhänger von Hardcoremusik. Beide Marken sind über Naziversände
und Ladengeschäfte erhältlich. Die Macher von Pro-Violence sind in der Magdeburger Hooliganszene
zu Hause und sponsern mit ihren Kleidungsstücken oftmals Ordnerdienste von Neonazi Aufmärschen und Konzerten.
Auch in diversen Läden aus dem Rockermilieu der Hells Angels sind diese Marken erhältlich,
was die potenzielle Kundenbasis und die Authentizität dieser Labels noch erhöht.
Mit Schriftzügen und Logos im Graffiti-Style versucht die Marke Rizist Kunden
am rechten Rand für sich zu gewinnen. Die über Naziläden und -Versände vertriebenen Kleidungsstücke
richten sich an HipHoper und Skater. Neben den szenetypischen weiten Jeans stehen diverse T-Shirts
und Windbreaker im Angebot. Vor allem in ostdeutschen Großstädten ist diese Marke überaus beliebt.
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